Market Gardening – auf kleiner Fläche ohne schwere Maschinen effizient und biologisch Gemüse anbauen. Das ist inzwischen wie ein neuer Trend, nicht nur in Deutschland. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Kann diese Form der Landwirtschaft ein Modell für die Lebensmittelerzeugung der Zukunft sein?

„Market Gardening ist in vieler Hinsicht zukunftsweisend“, erklärt Dr. Dorothée Dreher, Agrarwissenschaftlerin und Projektleiterin der Bio-Modell-Landwirtschaft am Hengstbacherhof. „Die Produktivität eines biointensiven Gemüsebaus auf kleiner Fläche ist im Verhältnis zur Fläche und zum generellen Ressourceneinsatz deutlich höher als in großen, herkömmlichen Gemüsebaubetrieben“, erläutert sie.

Sie betreibt auf dem Hengstbacher Hof im Donnersbergkreis einen 1000 qm großen Gemüsegarten. Beim Market Gardening werden diverse Gemüsepflanzen auf engstem Raum angebaut. Dadurch soll dem Unkraut wenig Platz geboten werden und zugleich ein möglichst hoher Ertrag auf einer überschaubaren und manuell zu bearbeitenden Fläche erzielt werden. Gedüngt wird nur mit organischen Materialien, große Geräte sind bei der Bearbeitung nicht im Einsatz.

Das macht gerade auch für viele Hobby-Gärtner den Einstieg in die professionelle Landwirtschaft einfach. Die Gärten werden nach einem bestimmten Schema mit ausgeklügelten Fruchtfolgen angelegt, Wege durchkreuzen die standardisierten Parzellen, so sind sie gut zugänglich und manuell zu bearbeiten. Das spare Arbeitszeit und schont Ressourcen.

Market Gardener vermarkten ihre Produkte direkt, in Form von Gemüsekisten auf Wochenmärkten, in Hofläden oder Initiativen. „Die geringen Transportwege, der biologische Anbau ohne Verwendung von synthetischen Düngemitteln und Pestiziden macht diese Anbauweise so nachhaltig“, unterstreicht Dr. Dreher.

Sie freut sich, dass immer mehr Menschen von diesem System der Nahrungsmittelerzeugung überzeugt sind und im ganzen Land jedes Jahr neue kleine feine ökologisch wertvolle Systeme entstehen und dabei der Sinn für einen nachhaltigere zukunftstaugliche Ernährung in der Bevölkerung geschärft wird.

Eine Gemüsekiste aus dem Market Garden