Beim Thema Lammfleisch gehen die Meinungen auseinander. Entweder man liebt den charakteristischen Geschmack oder nicht – ein Dazwischen scheint es kaum zu geben. Gerade zur Osterzeit rufen Bilder putziger Lämmchen allerdings schnell die Lammfleisch-Gegner auf den Plan. Gut gemacht aber ist die artgerechte Schafhaltung ein wichtiger Beitrag zur Landschaftspflege. Das Fleisch der heimischen Lämmer ist zudem lecker, fettarm und ein gesunder Lieferant von Eisen und dem Vitamin B12.

Manuel Mosis betreibt in Pirmasens eine kleine Schafzucht im Nebenerwerb. Mit seinen „Coburger Füchsen“, einer alten Rasse, die überwiegend für die Landschaftspflege eingesetzt wird, hält er Streuobstwiesen und Talauen offen. Gerade weil diese Offenlandbereiche besonders artenreiche Biotope sind, erfüllen Schäfer wie er einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt und zum Arterhalt.

Dass die Gegner des Fleischkonsums die landwirtschaftlichen Betriebe in ein schlechtes Licht rücken, ärgert ihn. Der Begriff Lammfleisch gelte bis zu einem Alter von zwölf Monaten. „Es macht für mich schon allein wirtschaftlich keinen Sinn, ein nur wenige Tage oder Wochen altes Lamm zu schlachten“, sagt er. Bei seinen Schlachttieren handele es sich zum überwiegenden Teil um männliche Tiere. „Eine Herde von rund 100 Schafen kann lediglich einen Bock vertragen“, erklärt er. In diesem Jahr wird er zum ersten Mal seine männlichen Tiere in eine reine Bockherde geben. Oft aber bleibt das Schlachten die einzige Möglichkeit. Bis dahin hätten seine Tiere ein artgerechtes Leben.

Im Gegensatz zur Massentierhaltung dürfen sie mit ihren Müttern aufwachsen. Die Bocklämmer bleiben bei ihr bis zur Geschlechtsreife (mit etwa vier bis fünf Monaten), die Weibchen sogar dauerhaft. Sie leben die ersten Wochen im Offenstall und können sich frei bewegen. Seine Schafe erhalten kein Mastfutter, sie grasen im Sommer auf den heimischen, ungedüngten Wiesen. Lediglich im Winter wird zugefüttert. „Mehr Bio als unsere Schafe geht eigentlich nicht“, sagt Mosis.

Er habe das Gefühl, dass die Corona-Krise bei vielen Menschen ein Umdenken hin zur nachhaltigen und regionalen Ernährung ausgelöst hat. „Ich hoffe, dieser Trend hält an“, sagt der Schäfer.

Unser Tipp

Rezeptidee

Bärlauch Lammbratlinge

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KUHles, SCHAFes und LECKERes

Gut Rothenhof 1, 76855 Annweiler

Landfleischerei Keller

Wasgauschäferei 2, 76891 Busenberg

Linsenbühler Hof

Hauptstraße 28, 76891 Erlenbach/Dahn